30 Sep, 2016
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Ein kurzer Geschichtsüberblick von Pritzerbe

Stadtsiegel

 

Dieser kleine Überblick soll in kurzen Schritten die Geschichte der Stadt vorstellen. Hier zeigt sich schon, dass dieses Gebiet weitaus mehr Zuwendung braucht als ihm bisher zugedacht wurde.

Wer also noch Wissenswertes zu berichten hat oder uns Unterlagen zur Verfügung stellen möchte, kann sich gern an uns wenden. Natürlich wird dieser Bereich in Zukunft weiter ausgebaut und vervollständigt. Nun aber los...

Am 1. Oktober des Jahres 948 gründete König Otto 1. das Bistum Brandenburg und schenkt diesem die Städte Pritzerbe und Ziesar mit allem Zubehör. Dies ist die erste urkundliche Nennung der Stadt Pritzerbe. Da hier schon von einer „Stadt“ die Rede ist, kann man ganz sicher davon ausgehen, dass Pritzerbe schon viel älter ist. 

Am 11. Juni 1157 eroberte der Markgraf „Albrecht der Bär“ die Brandenburg zurück. Es wird die „Mark Brandenburg“ gegründet. Mehr dazu findet man unter der Webseite zum 850sten "Geburtstag" der Mark Brandenburg. 4 Jahre später, im Jahre 1161, ist Pritzerbe laut einer Urkunde Mittelpunkt eines Burgbezirks. (Burgwardium) Weitere 26 Jahre später, im Jahre 1187, werden erstmalig die Fischereigerechtigkeiten genannt. Diese regeln wer wo und wie fischen darf.

Das erste Hochwasser ist von 1336 überliefert, durch Deichbruch der Elbe bei Jerichow. Am ersten Mai 1394 pachten 10 Pritzerber Bürger die Fischereigerechtigkeit auf dem See und der Havel. Sie haben nun das alleinige Recht hier zu fischen. Im Jahr 1400 wird in Pritzerbe das Garnwebergewerk gegründet. (Innungssiegel) Der Markt, der heute noch Markt ist, wird in Pritzerbe am 30. April 1424 beurkundet. Die letzte große Bischofstagung findet im Jahr 1548 in Pritzerbe statt. 

Aus dem Jahr 1598 ist der erste große Brand überliefert. Man kann davon ausgehen, dass die Stadt nahezu komplett nieder brannte, da es so etwas wie Feuerwehren zu dieser Zeit noch nicht gab. In einer Urkunde vom 2. Juli 1536 wird das Pritzerber Stadtsiegel erstmalig belegt. 1711 wird die Accise eingeführt. Dazu werden der Stadtgraben mit Brücken ausgebaut und es wird ein Palisadenzaun errichtet. Der Zaun wird mit 5 Stadttoren verschlossen. Die Reste des "Kietzer Thores" wurden bei Bauarbeiten gefunden. 

Die Fischereigerechtigkeiten des Domkapitels werden am 3. März 1729 an die Pritzerber Bürger verkauft. Die Pritzerber Schifferinnung wird als Schiffer – und Fischergilde am 28. Februar 1776 gegründet. Am 9. Oktober 1854 wird das neue Schulgebäude übergeben. Darin wird heute noch unterrichtet. 

Im Jahre 1855 ist Pritzerbe Kreisstadt! 
 
Die Pritzerbe Kahnversicherungs a.G. wird 1876 gegründet. 1896 wird die erste Brücke (Holzbrücke) nach Fohrde gebaut. Der Fährbetrieb an dieser Stelle wird eingestellt. 3 Jahre später, 1899, wird die Pritzerber Schifferfachschule errichtet. Der erste Spatenstich zum Bau der "Brandenburger Städtebahn" erfolgt am 19. März 1901 in Pritzerbe. Die Eröffnung der "Brandenburger Städtebahn" wird am 25. März 1904 gefeiert. Die Lok Nr.7 hatte den Namen „Pritzerbe“. 

1913 erhält Pritzerbe elektrisches Licht und auch die Straßenbeleuchtung wird elektrifiziert. Der letzte Pritzerber Schiffbau verlässt die Werft Paelegrim 1929. 1936 wird das "Deutsche Haus" in der Havelstr. für öffentliche Zwecke gekauft und ein Kino eingerichtet. Heute Haus der Begegnung. Am 1. Juli 1950 wird Kützkow eingemeindet und ein Stadtteil von Pritzerbe. 1960 wird die Pritzerber Schule „Polytechnische Oberschule“ mit 10 Klassen. Die Festwiese mit Gaststätte wird 1973 zur 1025- Jahrfeier von Pritzerbe feierlich eröffnet. 1990 erhält Pritzerbe eine neue Autofähre nach Kützkow. 

Durch die, vom Innenministerium des Landes Brandenburg festgelegte Gemeindegebietsreform, wird die Stadt Pritzerbe am 1. Februar 2002 mit den Orten Fohrde, Hohenferchesar und Briest zusammengeschlossen. Da der Name "Pritzerbe" für die neu entstandene Gemeinde durch die Mehrheit der Abgeordneten abgelehnt wurde, einigten sich die Vertrag schließenden Seiten auf den Namen "Stadt Havelsee“