25 Apr, 2017
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Die Fähre über den See

Wann die Fähre in Berieb genommen wurde, ist bisher unklar. Laut Schmettau´schem Kartenwerk, erstellt von 1767 bis 1787, finden wir noch keinen Weg von Fohrde zur Übergangsstelle am See. In der Karte von 1842 ist schon ein Weg vorhanden.

Also dürfte die Fähre etwa ab 1815, vielleicht mit der Einführung der Gewerbefreiheit in Deutschland, von der Familie Rohrschneider betrieben worden sein. Auch ist davon auszugehen, dass die Fähre von Beginn an als Kettenfähre ausgelegt war. Im Grundbuch der Stadt Pritzerbe Blatt 458 wird die Fährgerechtigkeit über den Pritzerber See vom Altkleinbürger Ernst Wilhelm Rohrschneider laut Vertrag vom 20. 10.1869 und Bescheinigung des Magistrats zu Pritzerbe vom 24.11.1869 für 1.500,- Thaler an die Stadtgemeinde Pritzerbe verkauft und am 30.11.1869 eingetragen.

 

Unter der Rubrik "Lasten" wird schon 40 Jahre vor dem Brückenbau ein Benutzungsrecht festgeschrieben:

 

"Die Verbindlichkeit des Besitzers, die Boten des königlichen Kreisgerichts zu Brandenburg unentgeltlich von Pritzerbe nach Fohrde oder umgekehrt überzusetzen, sobald sie genötigt sind, in irgend einer dienstlichen Angelegenheit den Pritzerber See, welcher Pritzerbe und Fohrde trennt, zu queren, ferner die Verbindlichkeit des Besitzers zu bewirken, daß wenn künftig an die Stelle der Fährgerechtigkeit eine Brücke treten sollte, die Boten des königlichen Kreisgerichts diese Brücke unter allen Umständen unentgeltlich benutzen können. Eingetragen aus dem Vergleiche vom 7.Juli, et conf (?) den 26.September 1855....... am 30. November 1869 hierher übertragen."

Am 13.8.1887 erteilt die Pritzerber Stadtverordnetenversammlung dem Schiffbaumeister Carl Nethe aus Pritzerbe den Auftrag, einen neuen großen Fährkahn zu bauen. Der letzte Fährmann der Fähre über den See war Christian Schlode. Laut Chronik von Willi Blasek sollen 1885 - 1887 A. Breslau und 1888 - 1893 August Förster die Fähre gepachtet haben. Wilhelm Paelegrim war der letzte Fährpächter vor dem Brückenbau.

Bilder oder Zeichnungen dieser Fähre sind bisher noch nicht bekannt.

 

Hier kann man genau erkennen, wie weit die Dämme zu den Brücken angeschüttet wurden. Eine Fähre hatte hier auch ein Stück zu fahren. Heute sind die Zwischenräume aufgeschüttet und zugewachsen. Die Durchfahrtsbreite ist nur noch so breit wie die Brücken selbst.